Der Soundtrack für die Raumpatrouille-Kantine: Lana Del Rey


Langsam hab ich mich reingehört in Lana Del Reys Album “Born To Die”. Wie wohl die meisten Käufer hat mich die Neugier hingetrieben: “Was kann es da außer ‘Video Games’ noch geben?” Dieser erste Song war ein Brett, keine Frage.

Nun willst du auf einem Album dann ja aber nicht nur immer wieder diese ewig brüchige Stimme hören, sondern auch ein bisschen was Neues. Und das liefert Lana Del Rey. Sicher ist da viel Melancholisches dabei, aber immer wieder neu verpackt. Auf diesem Album ist “Video Games” die Ausnahme, nicht die Regel, was der Langeweile vorbeugt. Und doch ist der Sound klar identifizierbar, einige Stücke wachsen sich schnell Ohrwürmern aus.

Für mich wäre Lana Del Reys “Born To Die” der perfekte Soundtrack fürs “Starlight Casino”, der Kantine im Startterminal des Raumschiffs “Orion” in einer 2012er Version. Ihr wisst schon: Menschen in lustigen Anzügen spielen Zukunft und verleihen ihrer Vorstellung davon durch in ihrer Zeit unmöglich Gedachtes tänzerisch Ausdruck. Irgendwie so.

Lana Del Rey transportiert in all ihren Songs Retro, ihre Musik erzeugt bei mir schwarz-weiße Bilder im Kopf, eine liebevolle, wehmütige Verstaubtheit. Vielleicht liegt’s an der dunklen Stimme und ihren zuweilen schwülstigen Ansätzen. Die Grundlage dessen sind jedoch nicht selten elektronische Klangmuster. Minimalistische Arrangements, futuristische Symbolik. Major Cliff Allister McLane beim Steh-Blues. Vielleicht nicht jedermanns Sache, außergewöhnlich allemal.

“Born To Die” – ich habe den Kauf nicht bereut.

 

(Hinweis: Das Bild ist dem YouTube-Video “Die Tanzszenen – Best of Raumpatrouille” entnommen.)

 

Die Wiederentdeckung des Schönen

Beim Schubladendurchwühlen neulich sind sie mir wieder in die Finger gefallen: meine beiden Füller, Pelikan, Baujahr 1990. Mit ihnen habe ich mein Abi geschrieben, diverse Uni-Klausuren, die Unterschrift unter die Diplom-Arbeit und so einiges andere, was im “Projekt Leben” gemeinhin als Meilenstein bezeichnet wird. Jahrelang waren sie als analoge Schreibwerkzeuge in der Schul- und später Uni-Tasche. Ich hatte sie nun eine Weile nicht in Betrieb, weil sie mir fürs alltägliche Notizengekrakel schlicht zu unpraktisch sind. Aber jetzt sind sie wieder aufgetaucht, voll funktionsfähig und frisch mit Tinte gefüllt. Gut so.

(Foto: Hipstamatic, Lens “Loftus”, Film “Blanko”)

Wer hat Angst vorm Schweinezombie?

Jetzt ist es zum ersten Mal passiert. Ich hatte keine Ahnung. So ähnlich muss es meinen Eltern gegangen sein, als ich ihnen vor rund 26 Jahren begann mit meinem C-64 herumzudaddeln. Und begann, mich durch irgendwelche Labyrinthe zu wühlen, um dann mit meinen Kumpels im Sport darüber zu diskutieren, über welches Szenario man ein Level weiter… naja, Ihr wisst schon.

 

Hüpfende Schafe und üble Creeper: Minecraft – ein Tool zur Vermittlung von Medienkompetenz?

 

Vielleicht weil ich das wusste, war ich relativ gelassen, als mein Kleiner (aka “iSohn“) vor ein paar Wochen mit “Minecraft” ankam: “Spielen die in meiner Klasse alle”. Ok. Lego für Fortgeschrittene. Kein Problem. Soll er spielen. Wie oft, wie viel – darüber gibt’s bei uns klare Absprachen. Ich habe gelernt, dass Schafe hübben und Herzchen verströmen, wenn sie Getreide bekommen und ab und zu ein Bömbchen fällt, um ein Loch in den Grund zu sprengen. Bis hierhin alles in Ordnung, auch wenn man Creepern den Kopf abhacken muss und hin und wieder Schweinezombies auftauchen, die für sich genommen recht absurde und obendrein quiekende Kreaturen sind. Alles unter Kontrolle. Bis dann aber irgendwann so ein Guru ins Spiel bzw. in alle Gespräche rund um “Minecraft” kam. Ein Typ, der ganz offensichtlich die wildesten Landschaften baut, die coolsten Features findet und überhaupt der Gott ist. Einer mit Millionen Klicks auf YouTube und der Fähigkeit, sehr viele Stunden über das zu reden, was er auf einem Bildschirm mit schlecht aufgelöster Grafik (meinem C-64 nicht unähnlich…) gerade anstellt. Dies war mein erster Kontakt mit Gronkh. Gronkh hier, Gronkh da – der iSohn hat ein Idol, und ich keinen Blassen von dieser Figur. Weiterlesen

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